Heute breche ich ein weiteres Tabu über das ich noch nie geschrieben habe. Das zu schreiben Trage ich schon sehr lange in mir und jetzt ist die Zeit gekommen, es zu tun.

Leben, Lieben, der Tod und die Lust oder weshalb Tod auch lustvoll sein kann.

Fragst du dich, was das mit Sexualität zu tun hat? Warte ein bisschen ab, ich werde es dir erzählen.

Tod wo ist dein Schrecken?

Aus was für Gründen auch immer, hatte ich in meinem Leben schon sehr viel und sehr nah mit dem Tod zu tun. Egal ob natürlicher Tod oder Freitod. Tod ist so ein Thema, das die meisten Menschen, wie Sexualität auch, am liebsten nicht ansprechen. Tabu! Es wird unter den Teppich gekehrt, Tod geschwiegen. Dabei ist es so befreiend und heilend, wenn jemand darüber spricht. Genauso wie in der Sexualität. In meiner Erfahrung sehnen sich die Angehörigen danach, dass ganz normal mit ihnen gesprochen wird. Auch über den Tod und den Verlust des geliebten oder auch weniger geliebten Menschen.

Ich habe das gelernt in meiner Zeit, als ich als Vermögensberaterin selbständig war. Es sind 3 Kunden in relativ kurzer Zeit gestorben. Da gab es viel zu tun. Gott sei Dank war alles gut geregelt. Dafür hatte ich in meiner Funktion als Vermögensberaterin immer gesorgt. Doch was viel wichtiger war, war dass jemand da ist und zuhört. Dass sich jemand traut, all das was gerade ist anzusprechen und die Trauernden nicht wie ein rohes Ei behandelt, sondern ganz normal. Oft haben wir nur dagesessen, geredet und geweint. Das ist so befreiend.

Ein anderes Erlebnis mit dem Tod war dann, als ich nach einer Routineoperation, in der Myome aus der Gebärmutter entfernt werden sollten aufgewacht bin, und die ganze Gebärmutter entfernt worden war. Aus und vorbei war der Traum von eigenen Kindern. Ich war geschockt und es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Mein Umfeld war damit überfordert. Die wussten nicht was sie sagen oder tun sollen. Genauso, wie wenn jemand stirbt. Der absolut wichtigste Tipp, den ich damals bekommen hatte, war: „Ute, das ist, wie wenn jemand stirbt. Etwas in dir ist gestorben“. Da wusste ich, was ich zu tun hatte. Ich arbeitete solange an diesem Thema, bis der Verlust getragen und geheilt war. Rituale waren ein sehr großer Teil davon.

In dieser Zeit lernte ich, wie wichtig, kraftvoll und hilfreich Rituale sind.

Der Tod meines Vaters war dann ein ganz neues Erlebnis. Ich habe immer noch das Gefühl in mir als meine Schwester mich anrief und mir mitteile, dass er gestorben ist. Mein erster Impuls war: „Jetzt hat er es geschafft“. Und ich verspürte Erleichterung für ihn. Nicht weil er Tod war, sondern weil er für mich schon lange zwischen da sein und gehen hin und herpendelte und es jetzt geschafft hatte. Auch noch mit einem schönen Tod. Er ist einfach umgefallen und war Tod. Es war sehr überraschend, da es ihm zu der Zeit gut ging. Das war sehr schön für ihn und sehr schwierig für die Angehörigen, wenn es so plötzlich geht.

Bevor ich dich jetzt länger auf die Folter spanne, komme ich zum Punkt.

Mir war klar, dass ich zu meiner Mutter fahre, doch ich wollte nicht dort ankommen, wenn mein Vater noch dort ist. Ich wollte ihn so in Erinnerung behalten. So wartete ich ein paar Stunden und fuhr dann los. Es war der 8. Januar und es hatte Schnee auf den Straßen. Ich wohnte damals etwas über eine gute Stunde entfernt von meiner Mutter. Als ich so über die Autobahn fuhr kam eine unglaubliche LUST in mir auf. Du denkst dir jetzt vielleicht, „was … spinnt die“? Doch genau so war es. Ich habe heute noch diese Bild vor Augen. Diese unglaubliche Lust die in mir aufkam.

Es war die purste LEBENSLUST.

Er ist gegangen, doch ich, ich bin noch da und ich wollte LEBEN. LIEBEN UND LEBEN. Ganz und gar.

Und mit dieser überwältigenden, kraftvollen Lust in mir, kam ich bei meiner Mutter an. Ich wusste nicht wie mir geschieht. Etwas in mir hat gesagt, „das geht doch nicht, das ist falsch, das ist nicht erlaubt“. Doch diese Lust und diese Kraft war größer. Ich habe mich nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen.

Das alles passierte an einem Freitag und am Samstag, war ich mit meinem damaligen Liebhaber in der Schweiz verabredet. Ich rief ihn an und sagte ihm, dass mein Vater gestorben ist. Er meinte ich könne ruhig zu ihm kommen, wenn ich möchte, das wäre für ihn ok. Meine Schwestern waren auch alle bei meiner Mutter und ich musste nicht unbedingt auch da sein, da noch genug Zeiten kommen, wo sie uns wirklich braucht. So fuhr ich am Samstagabend bei Schneegestöber in die Schweiz. Als ich bei meinem Liebhaber ankam, hatte ich noch immer diese unglaubliche Lust in mir und natürlich hatte ich auch Lust auf Sex. Er hatte für mich gekocht und so haben wir zuerst etwas gegessen. Natürlich habe ich über meinen Vater geredet und von ihm erzählt. Je mehr ich von ihm erzählt habe, umso größer wurde diese pure Lebenslust. Meinem Liebhaber ging es damit überhaupt nicht gut.

Auf einmal sagte er: „Du solltest gar nicht hier sein, du solltest bei deiner Mutter und Familie sein, du solltest traurig sein, du solltest trauern“. Umso mehr ich lustvoll und kraftvoll erzählt hatte, umso mehr rutschte er in seine eigenen, offensichtlich unerlösten Familiengeschichten und Muster ab. An Sex war nicht mehr zu denken. Er konnte mich nicht mal mehr in Arm nehmen. Was für ein Drama. Am liebsten wäre ich sofort gegangen. Doch es war schon spät und es hatte noch mehr geschneit so entschied ich die Nacht zu bleiben und gleich in der Früh loszufahren.

Das war gefühlt die längste Nacht meines Lebens. Ich konnte nicht schlafen und nach diesem Abend fühlte mich so falsch und verkehrt, da kann ich gar keine Worte dafür finden. So kippte die Lust in Trauer. In der kommenden Woche habe ich dann mit meiner ehemaligen Lehrerin gesprochen und ihr das erzählt. Zu meiner großen Erleichterung meinte sie, dass es eine ganz normale Reaktion sei, so lustvoll auf den Tod zu reagieren. Es sei ganz normal. Nur spricht niemand darüber, weil das ein TABU ist.

TOD bedeutet TRAUER und LEIDEN und nicht LEBEN und LUST.

Sollte dir das mal passieren, dass du mit Lebens-Lust auf den Tod reagierst, dann weißt du jetzt, dass das ganz normal ist und dass MIT DIR alles ok!

Natürlich habe ich auch getrauert, dass mein Vater nicht mehr da ist, doch einfach anders wie „normal“. Unabhängig davon bin ich sowieso wann immer ich will, mit ihm in Kontakt und ich weiß, er schaut jetzt von einem anderen Ort auf mich. An seinem Geburtstag nach seinem Tod, das waren nur 4-5 Wochen später, ging ich zu einem Workshop über Sexualität, anstatt mit meiner Familie zu trauern. Das war keine leichte, doch eine absolute ehrliche und stimmige Entscheidung für mich. Denn ich lebte ja noch. Ich erinnere mich noch gut als ich auf dem Weg zum Workshop war habe ich geistigen Kontakt mit meinem Vater aufgenommen und ihn gefragt, was er dazu meint. Für ihn war das total ok. Er ist gegangen, nicht ich. Ich lebe noch. Seine Botschaft war: „Genieße und lebe dein Leben“. Oft benutzen Menschen nur die Trauer, um genau das nicht zu tun. Ihr eigenes Leben zu Lieben und leben.

Ich habe große LUST, zu LEBEN, zu LIEBEN und das Leben zu FEIERN.

Du auch?

Dann habe ich tolle Neuigkeiten für dich.

Nach langer Pause findet vom 12.-14. Juli 2019 wieder ein LIVE – Workshop mit mir statt.

1001 Nacht – ein Fest der FREUDE und der LUST. Ladies only!

Wenn du interessiert bist, trage dich in die Liste ein, dann verpasst du nichts und bekommst alle weiteren Infos als Erste.

Hier kannst du dich eintragen für weitere Infos.

Ich freue mich schon sehr darauf und bin gespannt, was du zu dem Thema „Leben, Lieben und Tod“ sagst.

Poste in die Kommentare.

Ganz herzliche Grüße aus dem sonnigen Portugal

Ute

PS: Vom 12. – 14. Juli 2019 findet der nächste Live-Workshop „1001 Nacht – ein Fest der Freude und der Lust“ statt. Wenn du Interesse hast, trage dich hier in die Liste für weitere Infos ein.

Let’s talk about Sex mit Amata Bayerl – von der Nonne zur lustvollen Frau