Genevieve blickte sich verstört um, sie hatte spontan beschlossen im Wald spazieren zu gehen. In ihrem dunkelgrünen Brokatkleid fühlte sie sich ein wenig eingeschränkt. Es war ihr gelungen aus der Burg zu entschlüpfen, gerade als die Wachen Schichtwechsel hatten. Sonst hätte sie nicht alleine wegspazieren dürfen. Dafür hatte ihr Vater schon gesorgt, dass sie immer bewacht und wie er meinte „beschützt“ wurde.

Für Genevieve war dies mehr wie in einem Käfig leben. Sie brauchte dringend frische Luft, ausserdem hatte ihr Vater beschlossen, zu Ehren ihres kommenden 18. Geburtstags an diesem Abend ein Fest zu geben. Sie konnte sich jetzt schon vorstellen, wie langweilig dieses Fest werden würde. Immer dieselben Menschen, niemand der sie wirklich interessierte.

Mit den Frauen hatte sie auch nicht wirklich etwas gemeinsam. Wenn es nach ihr ginge, dann würde sie die ganze Zeit auf ihrem Pferd Artos sitzen und in wildem Galopp über die Heide reiten.

Seufzend blieb sie stehen, auch dies hatte ihr Vater ihr eingeschränkt. Das geziemte sich nicht für ein Burgfräulein!

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Genevieve hatte in ihrer Kindheit sehr viel Zeit im Wald und in der Natur verbracht, sie war vertraut mit den Stimmen des Waldes und hörte Geräusche, die andere erst viel später wahrnahmen. Deshalb nahm sie sofort wahr, dass unweit von ihr Laub raschelte und dann hörte sie auch noch das Knacken von Zweigen am Boden. Das war kein Tier. Instinktiv suchte sie nach einer Schutzgelegenheit, doch weit und breit waren nur Bäume und mit dem albernen Kleid konnte sie auch nicht auf Bäume klettern. Was sollte sie blos tun?

So beschloss sie kurzerhand zu laufen. Die Geräusche kamen aus der Richtung der Burg, also hatte es keinen Sinn zurückzulaufen. Sie hastete so schnell sie konnte und spürte, wie, wer immer hinter ihr war, auch das Tempo beschleunigte. Ihr Puls begann zu rasen und sie konnte kaum mehr klar denken. Jemand verfolgte sie.
Gleichzeitig hörte sie auch noch, wie aus der Richtung in die sie lief, Laub aufgewühlt wurde. Sie bekam panische Angst und bereute es in dieser Minute, dass sie NICHT auf ihren Vater gehört hatte und alleine in den Wald spaziert war.

Dann sah sie wer sie verfolgt hatte, es waren drei Männer. Sie trugen abgetragene Kleider, ihre Gesichter waren schmutzig und was viel schlimmer war, sie hielten große Messer in ihren Händen. Ihre Blicke vermittelten nichts Gutes. Genevieve hatte panische Angst und das einzige was ihr in diesem Moment einfiel, war, um Hilfe zu rufen. Das tat sie aus Leibeskräften.

Mit einem Mal hatten die Wegelagerer sie eingeholt und sofort hatte ihr einer seine klebrige Hand über den Mund gehalten, an den Fingerrändern steckte Erde. Genevieve ekelte sich und gleichzeitig hatte sie Todesangst.

„Mit Schreien kommst du auch nicht weiter, Jungfer Genevieve.“

‚Mein Gott, sie wissen meinen Namen. Also haben sie dies alles von Anfang an geplant.‘

Genevieve zitterte wie Espenlaub. Ihre Knie sackten zusammen und dann wurde alles schwarz vor ihren Augen.
Als sie wieder zu Bewusstsein kam, nahm sie wahr, dass ihre Hände gefesselt waren und sie am Boden neben einer Feuerstelle saß.

„Hilfe“, schrie sie aus Leibeskräften. „Zu Hilfe“.

Sofort kam einer der Männer gerannt, diesmal ein großgewachsener Kahlkopf, er hatte abgebrochene Zähne und sein Atem roch nach einer Mischung aus Branntwein und faulen Zähnen.

„Noch ein Wort und ich kneble dir deinen hübschen Mund!“

Genevieve verstummte sofort und sie begann innerlich um Hilfe zu rufen. Irgendjemand musste ihr helfen. Sie war noch nicht bereit zu sterben.

 

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Wie, wenn der Himmel ihr Flehen erhört hätte, hörte sie plötzlich Hufgetrampel und bald schon sah sie durch eine Staubwolke, wie eine Gruppe von Berittenen sich der Feuerstelle näherte. Im Nu waren die Wegelagerer umzingelt, als einer gerade sein Messer zücken und es Genevieve an den Hals drücken wollte, bohrte sich ein Pfeil durch seinen Bauch. Der Mann stöhnte auf und brach dann schwer blutend neben Genevieve zusammen. Sie sah sich verwirrt um, das waren nicht die Soldaten ihres Vaters. Die Männer trugen andere Wappen auf. Dann sah sie ihn, ihren Ritter, der sie von den wüsten, ekelerregenden Männern befreit hatte.

Genevieve spürte ein Kribbeln im Bauch und als er ihre Fesseln mit einem Messer durchtrennte und ihr seine Hand entgegenstreckte, war es als ob eine elektrische Welle durch sie hindurch glitt. Röte stieg ihr ins Gesicht und sie konnte kein Wort des Dankes hervorbringen. Sie war geblendet von seiner stattlichen Erscheinung. Lange schwarze Haare fielen ihm bis auf die Schultern herab und seine Augen waren in einem Blau, dass sie das Gefühl hatte, in einen See einzutauchen. Alles gefiel ihr an ihm, seine Figur und vor allem seine Ausstrahlung. Bisher hatte Genevieve kein grosses Interesse an Männern gezeigt. Sie fand sie immer viel zu langweilig.

„Bin ich froh, dass wir gerade noch rechtzeitig gekommen sind, holdes Fräulein. Wir haben Euer Schreien schon von Weitem gehört.“ Seine Stimme war tief und Genevieve konnte den Blick nicht mehr von ihm wenden.

„Haben Sie sich erschreckt? Ich bringe Sie zurück zur Burg, dorthin wollten wir ohnehin.“

Ohne sie zu fragen, hob er Genevieve auf sein Pferd, mit solch einer Leichtigkeit, als ob sie eine Feder wäre. Er hatte sie im Damensitz auf sein Pferd gesetzt, was Genevieve sofort änderte, indem sie sich richtig aufs Pferd setzte. Das brachte den Ritter zum Lachen.

„Ich sehe, es geht Euch schon wieder besser. Darf ich vielleicht auch den Namen von Euer Hochwohlgeboren erfahren?“

Endlich fand Genevieve ihre Stimme wieder: „Ich heiße Genevieve. Danke!“

„Oh“, mehr kam nicht aus seinem Munde. Dann stellte er ein Bein in die Steigbügel und schwang sich geschickt vor Genevieve aufs Pferd.

Genevieve konnte seinen Körper spüren und schlang ihre Arme um seinen Körper. Sein Körper war wohltrainiert und sie entdeckte eine Narbe, die quer von seinem linken Ohr über den Hals lief. Im Gegensatz zu seinen Begleitern trug er keine Rüstung, sondern nur ein Kettenhemd. Genevieves rotblonde Haare flatterten im Wind. Ihre Wangen glühten. Sie schob ihr Becken gegen seine Lenden. Sie spürte wie ihr Herz schneller schlug und in diesem Moment wollte sie nichts mehr als von ihrem Retter geküsst werden. Doch nein, da war noch viel mehr. In ihrer Aufregung rutschte sie noch ein wenig weiter nach vorn und genoss es, wie der Sattel in dieser Sitzposition ihre empfindlichste Stelle reizte. Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie stellte sich vor, wie er sie küsste, wie er sich an sie drängte. Wie er die Riemen ihres Kleides öffnete, die Corsage aufschnürte und ihre Haut berührte. Dabei richteten sich ihre Brustwarzen auf und sie wurde ganz feucht und voller Sehnsucht nach ihm. Ihr Atem ging schneller sie fing an zu keuchen und spürte wie seine Finger zu ihrer Scham wanderten und in ihre Scheide eindrangen. Noch nie hatte sie solche Gedanken gehegt. Ein Blick von ihm hatte genügt und als die dann noch die herrliche Figur sah und seine Stimme hörte, da war es um sie geschehen. Sie keuchte, stöhnte, hielt sich daraufhin die Hand vor den Mund, sie wollte sich nicht in aller Öffentlichkeit die Blöße geben. Doch ihre Gedanken waren unerbittlich. Sie wollte mehr, sie wollte seine Haut spüren. Seine Erregung in ihrem Körper spüren, von ihm voll ausgefüllt werden und von vielen Wellen der Ekstase getragen werden.

Genevieve hatte keine Erfahrung mit Männer. Sie hatte sich bisher nicht wirklich für diese interessiert, doch sie hatte Martha, die Magd und Rupert, den Knecht beobachtet, wie die es miteinander im Stall getrieben hatten. Es war nicht ihre Absicht gewesen, doch war sie gerade im Stall gewesen, um ihrem Lieblingspferd Artos noch eine Karotte zuzustecken, da waren die Bediensteten im Halbfinstern hereingestürmt und konnten es kaum erwarten, übereinander herzufallen. Genevieve hatte sich im Finsteren zurückgezogen, weil sie nicht entdeckt werden wollte. Ihr Vater hätte ihr darauf verboten, jemals wieder in den Stall zu gehen. Ihr Pferd war ihr wichtiger. Anfangs war sie schockiert über die Laute, die die Magd von sich gab. In Genevieve zog sich alles zusammen, doch etwas passierte mit ihrem Körper, sie spürte wie sie feucht zwischen den Beinen wurde. Neugierig geworden wollte sie darauf genauer sehen, was da gerade passierte. Sie schlich auf leisen Sohlen ein wenig näher und dann konnte sie sehen, wie die Magd am Boden lag und der Knecht auf ihr. Auch er stöhnte und sein Körper bewegte sich auf und ab. Sie wusste wie Kinder gezeugt worden, das Geheimnis hatte sie ihrer Mutter nach langem Drängen entlockt, doch jetzt erst war ihr bewusst wie das alles in Wirklichkeit passierte. Immer härter und fester wurden die Stöße des Knechts und die Magd keuchte und wimmerte. Dann mit einem Mal wurde das Stöhnen von beiden ganz laut und daraufhin ließ sich Knecht mit seinem vollen Gewicht auf die Magd fallen.

Unbemerkt war Genevieve wieder in das vollkommene Dunkel verschwunden, wo sie in Sicherheit war und noch lange über das Gesehene nachdachte.

Jetzt wo sie hinter ihrem Retter saß waren diese Bilder wieder in ihre Erinnerung gerückt, nur mit dem Unterschied, dass sie jetzt im Mittelpunkt des Geschehens war. Sie wollte von ihm genommen werden, sie wollte ihm ihr Becken entgegenstrecken, von seinen Stößen bis ins Tiefste erregt werden und seine Erregung in ihrem Körper spüren. Sie wollte ihn stöhnen und ihren Namen rufen hören. Sie wollte wissen, wie es sich anfühlte. Sie wollte sich als Frau fühlen und ihre Weiblichkeit voll auskosten…

In ihren Gedanken stellte sich vor, wie ihr Retter sie in den Stall zog und sie auf der Stelle nahm, genau an demselben Ort wo die Bediensteten es miteinander getrieben hatten.

Ach, sie hörte sich selber aufseufzen und Laute der Lust und Wonne ausstoßen…

„Alles in Ordnung, Milady. Wir sind da.“

Diese Frage brachte sie zurück zur Wirklichkeit.

Ihr Ritter stieg vom Pferd und hielt ihr die Hand zum Abstieg hin. Genevieve wagte zuerst nicht, ihm in die Augen zu sehen. Doch ihre Sehnsucht nach ihm war stärker. Als sie ihn schlussendlich ansah, da war sie überrascht wieviel Feuer und Leidenschaft ihr von ihm entgegenkam. Genevieve spürte wie eine dunkle Röte ihr ins Gesicht schoss und dabei wusste sie noch nicht einmal seinen Namen.

Fortsetzung folgt!

Amanda

 

© copyright – Amanda Pearl – Amanda ist Autorin für Erotik und Weiblichkeit – wenn du mehr von ihr lesen möchtest, findest du hier die  Kurzgeschichte „Kassandra und Henry“ und hier ihr Buch „Tanz auf dem Vulkan“ 

 

 

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