Wenn ich das kann, kannst du es auch.

Viele Menschen sehnen sich danach, offen und frei mit ihrer Sexualität umzugehen. Das zu tun, was ihnen gefällt und worauf sie Lust haben. Doch Scham und Tabus, gesellschaftliche Normen, kirchliche Prägungen und die Erziehung die man bekommen hat, stehen dem meist im Weg. Dazu kommt noch, Unwissenheit und das nicht wissen, was man überhaupt will.

Und um es gleich vorne weg zu sagen: Bei mir war das nicht anders.

 

Dein Traum kann wahr werden und deine Sehnsucht sich erfüllen.

Deshalb erzähle ich dir heute etwas mehr von mir um dir zu zeigen, dass das wonach du dich sehnst, kein Traum oder Wunsch bleiben muss.

Ich bin in einem kleinen, oberschwäbischen katholischen Dorf mit ca. 3000 Einwohnern aufgewachsen. Also so richtig auf dem Land! Dazu wohnte ich auch noch neben der Kirche. Das Gute daran war, dass ich nur das Fenster aufmachen musste und den Segen quasi im Bett mitbekam. Kleiner Scherz. Das Schlechte daran war, dass wenn ich nicht „Punkt Schlag“ zuhause war, meine Mutter das sofort wusste. Denn der Kirchenglockenschlag, war einfach nicht zu überhören und handelte mir so manchen Ärger und Hausarrest ein.

Mit 13 Jahren war ich schon recht flügge und ziemlich früh reif. Mit etwas älteren Jungs verstand ich mich prima und so hatte ich auch schon sehr früh einen Freund. Natürlich war da nicht mehr wie knutschen. Zumindest für mich war das einfach klar. Meine erste Periode bekam ich dann auch als ich 13-14 Jahre alt war. Von meiner Mutter bekam ich dann Tampons und Binden mit ein paar Sätzen dazu. Das war alles was wir je darüber gesprochen haben. Zumindest kann ich mich an nichts sonst erinnern. Keine Gespräche über Sex oder etwas in der Richtung. Eine „Bravo“ fiel mir immer mal wieder in die Hände, und Dr. Sommer ist wohl legendär.

Schulzeit – keiner redete über Sex 

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In der Schule und unter Freundinnen, wurde auch nicht über das Thema Sex gesprochen. Und so wuchs und reifte ich heran. Mich selbst entdeckte ich auch so in diesem Alter mit 13, 14. Zumindest sind das meine frühesten Erinnerungen zum Thema Selbstbefriedigung. Ganz verstohlen unter der Bettdecke in der Hoffnung, dass bloß keiner zur Tür rein kam. Denn abschließen, war nicht.

 

Mein Albtraum war, jung schwanger zu werden. Denn das passierte immer wieder um mich herum. Die Dramen die es dazu gab, waren furchtbar, ganz zu schweigen von „was wohl die Leute denken“. Deshalb bin ich meinen Eltern auf ewig dankbar. Sie ließen mich immer wissen, dass egal was ist, egal was passiert ist, ich immer damit heim kommen kann. Und das war besonders. Denn bei meinen Freundinnen war das überhaupt nicht so. Die bekamen so oft zum hören: „Wenn du schwanger bist, brauchst du gar nicht mehr heimkommen“.  Ich fand das furchtbar und schätze umso mehr diese Sicherheit, egal was ist, ich kann damit heimkommen.

Sex war lange tabu für mich 

So entwickelte ich mich weiter, hatte verschiedene Beziehungen, doch Sex war tabu. Knutschen, streicheln, als ich etwas älter war, bisschen fummeln, mehr nicht. Da war ich seltsamer weise für dieses junge Alter sehr bei mir. Mein erstes Mal hatte ich dann weil ich es wollte und als ich schon über 18 Jahre alt war. Also relativ spät, für das, das ich schon so früh reif war. Und auch spät, im Vergleich zu den Freundinnen. Die waren da schon früher dran. Doch das bekam man nur so im Verborgenen mit. Laut und offen wurde darüber nicht gesprochen.

So gab es zwei Männer mit denen ich Sex hatte, bevor dann, als ich knapp 20 Jahre war, eine Beziehung begann, die 17 Jahre dauerte. Nach wie vor hatte ich es sehr gut mit mir selber. Selbstbefriedigung war für mich ganz normal, obwohl ich natürlich mit niemanden darüber sprach. Auch nicht mit meinem Freund. Ich tat es immer nur dann, wenn er nicht da war. Mein Lustpotential war enorm. Ich kann mich noch gut an den Beginn der Beziehung erinnern, ich konnte gar nicht genug von Sex bekommen. Das war schon irgendwie wild und verrückt … so wie ich. Sex war in der Beziehung nie ein Thema. Mal war es mehr, mal war es weniger. Und natürlich habe ich all die Spielchen gespielt, die Frau so gerne spielt. Z.B. wenn ich sauer war, oder die Dinge nicht so liefen wie ich es mir vorstellte, gab’s keinen Sex, ist ja logisch zwinker …

Mein Busen 

Und dann gab es da noch meinen Busen. Er liebte meinen Busen und mich machte das total wütend. Ich giftete ihn an: „Immer willst du nur meinen Busen, du reduzierst mich nur auf meinen Busen“… oh das machte mich rasend. Heute weiß ich natürlich, dass er mich und meinen Busen geliebt hat und das von ihm immer wieder wie eine Liebeserklärung war. Doch damals, konnte ich das nicht nehmen. Ich wollte einfach nicht auf meinen Busen reduziert werden. Ich wollte als Ganzes geliebt werden, und vor allem natürlich auch für meinen brillanten Geist.

Dieser Geist und Verstand war es auch, der immer mehr in den Vordergrund kam. Mein Frau sein und meine Weiblichkeit, von dem ich mehr als genug hatte, rückten dafür in den Hintergrund. Zu diesem Zeitpunkt völlig unbewusst. Ich wollte beruflich erfolgreich sein und passte mich immer mehr dem Männerbild dazu an. Zumal ich auch in einer Männerbranche tätig war. Hosenanzüge, gedeckte Farben, förmlich korrekt. Ja keinen Ausschnitt zeigen. Schließlich wollte ich ja für das was ich tue Anerkennung bekommen, und nicht für meine weiblichen Attribute.

Dazu kam, dass das gar nicht so schlecht war, wenn ich nicht so sexy war. Denn als Vermögensberaterin habe ich sehr viele Paare beraten. Und da war es ein Vorteil, wenn die Frau nicht auf mich eifersüchtig sein musste, sprich ich keine Gefahr für sie war. So zumindest mein verquertes Denken damals. Schon ganz schön ver-rückt gewesen.

Ich habe nie über Sex geredet

Die Beziehung lief weiter, so auch der Sex. Umso erfolgreicher ich beruflich war, umso weniger Zeit war natürlich da. Und so begannen wir Dates für Sex auszumachen. Einmal war ich zuständig, einmal er. Das war eine gute Sache. Denn Körperlichkeit und Intimität waren uns beiden wichtig. Und doch haben wir soweit ich mich erinnere, nie über Sex geredet. Wir hatten Sex. Doch darüber geredet, haben wir nicht wirklich.

Und so war das überhaupt bei mir. Ich habe mit niemandem über Sex geredet. Wahrscheinlich wäre ich hoch rot angelaufen, wenn ich das hätte tun sollen. Während 17 Jahren Beziehung habe ich mir 2-3 Bücher zum Thema Sex gekauft. Das erste war: „Wie man eine Feige isst“. Mein Gott was war ich beschämt deswegen und habe es in der Schublade versteckt. Heimlich habe ich darin gelesen, wenn er nicht da war. Und das nicht wegen ihm, sondern wegen mir. Ich habe mich geschämt. Doch das Lesen hat mich meist erregt, so dass ich mich danach selbst befriedigt habe. Was natürlich auch keiner wissen durfte.

Dann kam die große Wende

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Und so gingen die Jahre dahin, bis ich 2005 im Alter von 36 Jahren eine erste Wendung in Sachen Sexualität erlebte. Ich zog aus dem gemeinsamen Haus aus, in eine eigene Wohnung. Genau genommen war das meine erste eigene Wohnung. Ich bin mit Anfang 20ig bei den Eltern ausgezogen und beim Freund eingezogen. Kaum war ich in dieser neuen, eigenen Wohnung, wo ich einfach die Tür zu machen konnte und Ruhe hatte, poppte das Thema Sexualität auf. Einfach so. Und wie immer, wenn mich etwas sehr interessiert, fing ich an Bücher darüber zu lesen. Das Gelesene probierte ich dann natürlich auch gleich an mir selbst aus. Denn ich war neugierig. Neugierig auf mehr. Ich wollte wissen, was  es denn sonst noch gab. Außer dem, was ich so kannte. So fing ich an meinen sexuellen Horizont erst einmal mit mir selbst zu erweitern. Zusätzlich packte ich all mein Frau sein, all meine Weiblichkeit wieder aus und überließ das männlich sein, den Männern. Und das fühlte sich toll an! Endlich wieder weiblich, sexy … egal ob im Job oder privat.

Als die Beziehung dann zu Ende war, Frühjahr 2006, war ich auch in Bezug auf Männer frei zu tun, was ich wollte. Mein Selbststudium ging bis Ende 2007 und ich merkte, dass ich immer offener wurde. Zudem kam ich wieder zurück zu mir als Frau. Anfang 2008 hörte ich „zufällig“ von Frauenkursen zum Thema Sexualität. Gehört, gesehen, angemeldet. Und so begann im Februar 2008 eine neue Reise, die alles änderte.

Eine Reise begann, die alles änderte

Ich legte Scham und Tabus ab und machte eine 180 Grad Wendung. Zurück zu mir. Denn es war alles schon da, nur vergraben und verschollen. Auf einmal sprach jeder den ich traf mit mir über Sex. Selbst Kunden und wildfremde Menschen. Ich konnte gar nichts dagegen tun. Selbst wenn ich nicht davon angefangen, ja sogar versucht habe das Thema zu vermeiden, es half nichts. Letztlich landete ich immer wieder beim Thema Sex. Egal ob mit Mann oder Frau.

 

Was vorher überhaupt kein Thema war, wurde auf einmal Normalität. Ein Freund sagte zu mir: „Ute, mit dir kann man über Sex reden, wie mit anderen übers Einkaufen. So normal. Und das Beste ist, man fühlt sich hinterher noch besser wie vorher.“

 

Und so entwickelte sich alles. Ich erlebte Sachen, von denen ich nicht einmal zu träumen gewagt hätte, geschweige denn wusste, dass es das gibt. Von 2008 bis Anfang 2011 machte ich die Kurse zum Thema „ich und meine Sexualität“. Das war meine Ausbildung in Sexualität. Danach ging ich selber mit dem Thema weiter und so entstand, was ich heute tue. Denn eines war für mich schnell klar: Es fühlte sich immer an wie heimkommen! Es war mir nie fremd, sondern immer so normal. Auch wenn es noch so schräg war. Und das ist bis heute so.

Warum also erzähle ich dir das alles?

canstockphoto20090136Weil mir wichtig ist, dass du weißt, dass du das auch kannst. Egal wo du heute stehst in deiner Sexualität, du kannst da hinkommen, wo du willst. Es geht. Und ich bin das beste Beispiel dafür. Ich bin eine ganz normal Frau, so wie du und Millionen andere auf diesem Planeten. Wenn du sexuell heute noch nicht da bist, wo du sein willst, mach dich auf den Weg! Ich kann dir versprechen, es lohnt sich und du kannst es auch!

 

Warum ich dir das noch erzähle? Weil ich so unendlich dankbar dafür bin.

Ich bin dankbar angekommen, ja heimgekommen zu sein, in dem was ich tue. Auch wenn sich das wie und was ständig ändert. Das ist so ein enormes Geschenk, das mich mit Frieden und Dankbarkeit erfüllt. Manchmal denke ich, es ist, als ob ich dafür gemacht worden bin. Und wer hätte das gedacht? Du kennst jetzt meine Geschichte, wo ich herkomme und dass das nicht immer so war. Und es ist auch nicht unbedingt etwas, wovon man als Kind schon immer geträumt hat. Nein, ganz im Gegenteil. Doch Mut tut gut und wird belohnt! Nie hätte ich mir erträumen lassen, dass das daraus entsteht, als ich den ersten Kurs besucht habe.

Deshalb danke ich allen, die mich auf diesem Weg begleitet und gefördert haben, die mir begegnet sind, ob kurz oder lang. Ich habe so viel gelernt. Ich danke meinen Lehrerinnen, Maggie und Madeleine, ohne deren Mut und Visionen, wäre das alles nicht möglich gewesen. Sie haben mich ermutigt, etwas mit dieser Gabe zu machen. Leider gibt es diese  Kurse heute nicht mehr, weshalb ich umso mehr dankbar bin, dass ich damals den Mut dazu hatte.

Ich danke dir liebe Mara für deine Einladung zu deiner Blogparade „Dankbarkeit“ bei Mara Stix – Unwiderstehlich leben. Lange habe ich mir überlegt, was ich schreiben soll. Das ist daraus entstanden. Auch dafür bin ich dankbar.

Und ich danke dir! Denn ohne dich, würde es keinen Sinn machen, das hier zu schreiben!

Zum Abschluss kann ich dich nur ermutigen:

 

Egal wo du gerade bist, egal wo du gerade stehst, wenn es dich zieht, geh deinen Weg!

Nur Mut! Es lohnt sich.

Und du weißt nie, was dabei raus kommt und wo du landest.

Denn unverhofft, kommt oft.

 

Ich freue mich von dir in den Kommentaren zu lesen.

 

Herzliche Grüße

Ute

PS: Mut tut gut und guter Sex, lässt sich lernen!

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